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NOVA – Teil 2: Der Kessel – Kapitel 5

Montag, 14. April 2008

Byron war kein Arzt. Niemand konnte von ihm erwarten, all die Fachbegriffe, die ihm um die Ohren gehauen wurden, zu verstehen oder wenigstens zu behalten. Er nickte freundlich, brummte ein paar Male zustimmend, wenn die behandelnde Ärztin ihn während ihrer Vorträge anblickte und hoffte einfach, dass ihm die seltsame, mit einer zähen gelblichen Masse angefüllte Form in seinem Mund, wirklich helfen würde. Bisher spürte er nicht viel, außer dem brennenden Gefühl, das die gelbe Masse in seinem geschundenen Kiefer verursachte.
Tanya, die lange Zeit abseits gestanden und die Krankenstation beobachtet hatte, trat zu ihm. Mit aller Kraft verzog Byron seine Miene so, dass die Frau ihm seine Schmerzen hoffentlich nicht anmerkte. Er bemühte sich um ein Lächeln, welches durch die Ansammlung von Metall in seinem Mund tragisch verunglückte.
“Bie Ärpfin pfagt —”, versuchte er ein Gespräch zu beginnen, Tanya von der heroischen Bezwingung seiner Pein zu überzeugen, doch auch das wollte ihm nicht gelingen. Er klang eher, als habe er ein Stück Metall in seinem Mund. Er brachte ein kurzes, schief klingendes Lachen hervor.
Die Ärztin, eine gewisse Doktor Nigham, wandte sich Tanya zu. “Keine Sorge, ihm wird es bald wieder gut gehen. Die Schiene in Herrn of Cherokees Mund sorgt jetzt erst einmal für die nötige Stabilität, während die Paste dafür sorgt, dass die Wunden desinfiziert werden und die Brüche beginnen, sich zu schließen. In einer Stunde etwa werde ich dann damit beginnen können, die ausgeschlagenen Zähne wieder einzusetzen.” Alle drei blickten gleichzeitig auf eine kleine weiße Schale auf einem neben dem Bett stehenden Gerätewagen, in der sechs inzwischen nur noch leicht blutige Zähne lagen. “In zwei Stunden sollte er wieder in Ordnung sein. Ein paar Tage keine allzu feste Nahrung, und die Zähne sind wie neu.”
Byron traute der Ärztin nicht. Ihre Stimme war zittrig, ihr Blick riss sich immer wieder von Tanya los und wanderte durch den Raum, so als suchte sie irgendwas, einen Fluchtweg vielleicht, oder auch nur einen erfahreneren Arzt, der ihr sagte, was zu tun war.
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